Ehrenpräsident Dr. Heinrich Schöll verstorben

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Ein Großer ist gegangen …

WIEN, 4. Juli 2020: „Die gestellten Aufgaben nach bestem Wissen und Gewissen zu erfüllen!“ Dieses Leitbild stand zeitlebens an der Spitze aller Maßnahmen des Rechtsanwaltes und Präsidenten des Österreichischen Schwarzen Kreuzes – Kriegsgräberfürsorge (ÖSK)  Dr. Heinrich Schöll. Im 93. Lebensjahr stehend hat ihn nach längerer schwerer, und mit Geduld ertragener Krankheit, der Tod von seinen Leiden erlöst.

Nach Einsatz als Soldat der Deutschen Wehrmacht im Osten mit nachfolgender Kriegsgefangenschaft studierte Dr. Schöll in Wien die Juristerei und übte seit 1956 den Beruf eines Rechtsanwaltes aus. Verheiratet war er mit Frau Dr. Ingeborg Schöll. Aus dieser Ehe entstammten vier Kinder, wobei der älteste Sohn Reinhard in die Fußstapfen des Vaters gestiegen ist. Die Familie und der Reitsport waren stets im Mittelpunkt seines Schaffens.

Seit 1992 stand Dr. Schöll als ehrenamtlicher Mitarbeiter dem ÖSK zur Seite. Vorerst als Bundessyndikus, in Folge als Vizepräsident und dann als Präsident bis 2011. Vom Präsidium des ÖSK wurde ihm 2012 der Titel eines Ehrenpräsidenten verliehen.
Seine Meriten für das ÖSK verdienen kurz angeführt zu werden. So gilt es in den Zeiten der Ostöffnung in den 90-er Jahren seinem aktiven Verhandlungsgeschick mit den dortigen Behörden zur Öffnung der Soldatenfriedhöfe aus dem 1. Weltkrieg und deren künftige Erhaltung in den Vordergrund zu stellen. Ihm ist es auch zu verdanken, dass erstmals für die im 2. Weltkrieg aus Wien deportieren jüdischen Bürgern eine Friedhofsanlage in Riga errichtet werden konnte.
Auch hat er maßgeblich zur Wiederherstellung von Kriegsgräbern in Norditalien mitgewirkt und in Folge zur Bergung und würdigen Grablegung gefundener „Gletscheropfer“ beigetragen. Ein Verdienst Dr. Schölls ist es auch, mit namhaften österreichischen Historikern wie dem ehem. Leiter des Ludwig-Boltzmann-Institutes für Kriegsfolgenforschung Univ. Prof Dr. Stefan Karner eng zusammengearbeitet und somit das ÖSK auch in die Nachforschung nach Kriegstoten des 2. Weltkrieges eingebunden zu haben. Dazu zählte auch die intensive Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Als Dank wurde ihm für sein Lebenswerk vom Bundespräsidenten das „Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik“ verliehen.

Zeitlebens begleiteten ihn das würdige Andenken an die vielen Kameraden die im Krieg gefallen waren, und das Bewahren der Erinnerung an die Kriegstoten.

Das ÖSK wird seinen Präsidenten nie vergessen!

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Ehrenpräsident Dr. Heinrich Schöll (+)