Unvergessen - unsere Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg

Pordoi ist die letzte Ruhestätte der 8.552 gefallenen Gebirgssoldaten des Ersten Weltkrieges und von 847 Gebirgssoldaten des Zweiten Weltkrieges.

Das Wetter meinte es nicht besonders gut am Samstag, 24. August 2019 mit der Gedenkveranstaltung beim Ossarium und dem dort befindlichen Soldatenfriedhof am Pordoi-Joch. Es regnete in Strömen, und die tiefhängenden Wolken vermittelten ein Bild von Tristesse und Hoffnungslosigkeit. Der im Jahre 1959 vom VDK, in der einsamen Stille der Dolomiten, auf der Passhöhe (2239m) eingeweihte Friedhof, lässt einen beeindruckenden Ausblick auf den Col di Lana, auf die Ampezaner Dolomiten und auf das Eis der Marmolata zu. Jedoch – mit Beginn der Veranstaltung um 13.00Uhr war alles anders, und für zwei Stunden klarte es im ehemaligen Frontgebiet des Ersten Weltkrieges vorübergehend auf!

Die Organisation der Veranstaltung übernahm der dazu Beauftragte des Volksbundes Mjr dRes Dr. Dirk Reitz, der professionell und akribisch die Abläufe plante.

Die Tradition stellten die Tiroler Kaiserjäger und Kaiserschützen, ungarische historische Verbände und Vertreter des Deutschen Alpenkorps sicher. Abordnungen der italienischen Armee und der Deutschen Bundeswehr rundeten das Gesamtbild militärisch ab. Beeindruckend dabei die Gebete der ungarischen Militär-Geistlichkeit.

Die Gedenkrede hielt der Vizepräsident des Volksbundes Senator a.D. Wolfgang Wieland, wobei er auf das Versöhnliche und Verbindende im Europa von heute hinwies und dabei das Schreckensszenario der Kriege des 20. Jahrhunderts verbannte! Für Österreich und das ÖSK sprach der österr. Generalkonsul in Mailand Dr. Wolfgang Spadinger, der auf das augenscheinlich Versöhnliche und Verbindende der Kriegsgräberfürsorge verwies.

Mit einer Ehrensalve der Südtiroler Schützenkompanie Buchenstein wurde am Ende nochmals besonders eindrucksvoll an das Schicksal der im Ossarium bestatteten Soldaten erinnert.

Den Besuchern wurde zum Abschluss Gelegenheit geboten, die das Ossarium umringende Ausstellung über die Kriegsgräberstätten des Ersten Weltkrieges zu besichtigen. Auf Stahlplatten befestigt sind hierbei Fotos und Skizzen ausgestellt, die Auskunft über die Herkunft der gefallenen Soldaten geben.

Nach dem Abspielen des Zapfenstreiches öffnete der Himmel seine Schleusen und Regen hüllte das Veranstaltungsgelände ein.

Alexander Barthou, GS / Bilder: ZvG/VDK, Zucchi

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„Angetreten“ zum Gedenkakt - von re.: Hermann Hotter, ÖSK-LGF/Tirol, Historiker Dr. Markus Pöhlmann, Oberst Prof. Erwin Fitz, ÖSK-LGF/Vorarlberg, Bgdr i.R. Dr. Franz Birkfellner, ÖSK-Kurator, Österr. Generalkonsul Dr. Wolfgang Spadinger/Mailand, Bgdr.-General a.D. Ernst Coqui, ÖSK-GenSekr Oberst i.R. Alexander Barthou
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Kranzniederlegung des ÖSK am Fuße des Ossariums