Trauer um ÖSK Kurator General Dr. Karl Schoeller

Erstellt von GS Alexander Barthou |

Ein militärischer Vordenker und Philosoph hat die Welt verlassen.

Große Trauer erfüllte die Gästeschar aus den Bereichen Militär, Kameradschaftsbund, Österreichisches Schwarzes Kreuz-Kriegsgräberfürsorge, Feuerwehr und Abordnungen der Gemeinde, die sich zur Verabschiedung von General Dr. Karl Schoeller, geb. 1929, in der Kirche und am Friedhof eingefunden hatten. Die Trauerredner gestalteten in ihren Ansprachen dabei sein Leben episodenhaft. Noch bis ins hohe Alter befasste sich der General a.D. mit militärischen Aspekten der Umfassenden Landesverteidigung, aber ebenso mit historischen und philosophischen Gedankengängen.

Aufgewachsen in Innsbruck, zog es ihn nach dem Studium der Germanistik und Anglistik, hin zum neu geschaffenen Österreichischen Bundesheer. Rasch kletterte er die Karriereleiter empor und wurde im Ministerium zum Leiter der Operationsabteilung bestellt. Hier arbeitete er im Stabe von General Emil Spannocchi am Konzept der Raumverteidigung gestaltend mit – und setze als Militärkommandant von Oberösterreich 1979–1993 diese Theorie in die Praxis um. Zugleich war es sein Schwergewicht die begleitenden Fragen zu diesem Konzept in der Öffentlichkeitsarbeit des Bundesheeres aktiv umzusetzen. Politikern und Journalisten war damit das Tor in die Kasernen offen, ebenso der Weg der Soldaten hinein in die Gemeinden durch Angelobungsfeiern, Militärmusik-Konzerten und öffentlichen Auftritten von Informationsoffizieren in Schulen und Vereinen. Sein Engagement für die militärische Traditionspflege und, als Kurator des ÖSK für das Bewahren des Andenkens an die Kriegsopfer, war ihm stets ein persönliches Anliegen. Das Wirken des Generals wurde mit einer Vielzahl an Bundes-, Landes und internationalen Auszeichnungen bedacht. Für die Errichtung der Severin-Kapelle in Enns hat ihm Papst Johannes Paul II. den Sylvester-Orden verliehen. Sein Heimatort Moosbach ehrte ihn 1985 mit der Ehrenbürgerschaft.

Den Ruhestand verlebte der General mit Gattin Katharina in seinem Anwesen inmitten eines kleinen Parks, dessen Figuren aus der griechischen Antike dem philosophischen Feingeist zur kritischen Beobachtung der modernen Literatur anregten. Der Ehe entstammte Sohn Richard, heute em. Notar in Peuerbach. Im 94. Lebensjahr stehend, am 7. März 2022 entschlummerte der General friedlich. Zwei Tage später folgte ihm seine Gattin Katharina nach. Beide wurden zeitgleich im Familiengrab am Friedhof Moosbach bestattet und ihre Urnen in Begleitung des militärischen Zapfenstreiches zur ewigen Ruhe gebettet.

Auf dem Partezettel des Generals befindet sich der Satz: 
„Sein Lebensweg war ein stetes Streben nach Wahrheit und Gerechtigkeit. Nach einem langen Marsch am Ziel angekommen, hat er beides gefunden“.

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General Dr. Karl Schoeller †