Kuratoriumssitzung 2022 – Grundauftrag des ÖSK bleibt unverändert

Erstellt von GS Alexander Barthou |

Mit einer Festfanfare eröffnete das Quartett der Militärmusik Steiermark die diesjährige Kuratoriums-Festsitzung des Österreichischen Schwarzen Kreuzes – Kriegsgräberfürsorge im Festsaal des Raiffeisen-Forums in Wien. Die Sitzung bildete zugleich den Abschluss der Veranstaltungsreihe, die mit der Präsidiumssitzung und der Kuratoriums-Arbeitssitzung sowie der Beschlussfassung über das diesjährige Budget und mit der konkreten Umsetzung von Projekten zur Friedhof- und Grabpflege in Österreich für alle Kriegsopfer und im Ausland (nur 1.WK) begonnen hatten.

In der vollbesetzten Räumlichkeit fanden sich neben den Kuratoren aus ganz Österreich eine große Zahl an Ehrengästen ein. An deren Spitze der Bundesminister für Inneres Mag. Gerhard Karner, der auch in seiner Gedenk-Ansprache auf die florierende Zusammenarbeit des BMI mit dem ÖSK hinwies und dafür seinen Dank aussprach.

Die Diplomatie war vertreten durch den ungarischen Botschafter S.E. Dr. Andor Nagy, dessen Grußworte in der historischen Zusammenarbeit der Länder Österreich – Ungarn und heute bei der Pflege und Erhaltung deren Kriegerfriedhöfe aus dem 1.WK Bezug nahm. Mit dabei auch der türkische Botschafter S.E. Ozan Ceyhun, der bereits im Vorfeld großes Interesse an der Gräberpflege der Opfer des 1.WK in der Gruppe 91 am Wiener Zentralfriedhof signalisiert hatte. Als dritter Botschafter war S.E. Rovshan Sadigbayli aus Aserbaidschan der Einladung gefolgt.  

Zahlreiche Verteidigungsattachés, an der Spitze die Obersten Gerardo Contristano (Italien) und Jörg Rütten (BRD) rundeten das Bild der Teilnehmer ab. Als 1. Landtagspräsident aus Niederösterreich und zugleich Kurator des ÖSK grüßte Mag. Karl Wilfing das Plenum und wies auf die überaus positive Zusammenarbeit des Landes – vor allem mit den Soldaten des österreichischen Bundesheers und dem Kameradschaftsbund bei den Sammeltätigkeiten des ÖSK hin. Seine aufmunternden Worte motivierten sichtbar die Gäste und Kuratoren.

Ein besonderer Gruß galt auch den hohen österreichischen Militärs, Brigadier Mag. Kurt Wagner (Wien), Brigadier Mag. Ingo Gstrein (Tirol) und Amtsdirektor Alexander Schneck, MSc (i.V. des NÖ-Militärkommandanten Brigadier Mag. Martin Jawurek), die durch ihre Anwesenheit gemeinsam mit dem Präsidenten des österreichischen Kameradschaftsbundes Bundesrat a.D. Bgm. Ludwig Bieringer die Gedenkarbeit des ÖSK besonders hervorhoben.

Das Totengedenken zu Beginn wurde gestaltet vom katholischen Militärerzdekan Dr. Harald Tripp, dem evangelischen Superintendenten Priv.-Doz DDr. Karl-Reinhart Trauner und dem orthodoxen Erzpriester Univ.Doz. DDDr. Alexander Lapin.

ÖSK Präsident ÖkRat Peter Rieser übernahm sodann persönlich die Vorstellung der in das Kuratorium des ÖSK neugewählten Kuratoren. Dipl.-Ing. Ernst Feldner Präsident des burgenländischen Kameradschaftsbundes, Oberstleutnant Dipl.-Ing. Michael Thomas Haselauer aus Oberösterreich, und entschuldigte die nicht anwesenden Franz Xaver Gruber (Tirol), Schulrat Wolfram Baldauf und Bezirksfeuerwehrinspektor a.D. Manfred Morscher (Vlbg). Zugleich begrüßte er die von dem zuständigen Bundesminister bzw. Landeshauptmann in das Kuratorium entsandten neuen Vertreter Oberst Mag. Dr. Wolfgang Sagmeister (BMLV) und Mag. Dr. Waltraud Bauer-Dorner (Steiermärkische Landesregierung).

Von Seiten des Gastgebers Raiffeisen übernahm die Begrüßung der Gäste der stellvertretende Generaldirektor Mag. Reinhard Karl, der den Präsidenten Generalmajor Mag. Erwin Hameseder vertrat und das besondere Verhältnis des Unternehmens zu Tradition und Gedenkarbeit hervorhob.

ÖSK Präsident ÖkRat Peter Rieser begann seine Ansprache mit einem Zitat von Albert Einstein: „Die Geschichte der Menschlichkeit ist so alt, wie die Geschichte der Unmenschlichkeit“ und leitete damit zum latenten Konflikt und der kriegerischen Auseinandersetzung Russland – Ukraine hin. Er betonte auch die derzeitige Ungewissheit, wie es nunmehr mit der Grabpflege durch das ÖSK in beiden Ländern auf den Kriegerfriedhöfen des 1.WK weitergehen soll? Seit Jahren hat das ÖSK in Zusammenarbeit mit den örtlichen Stellen in die Renovierung und Erhaltung v.a. im ehemaligen Galizien und in die Friedhöfe der Gefangenenlager investiert um damit die Namen der Toten auch für die Zukunft zu erhalten. „Es wird nun notwendig sein, die Enkel und Urenkel mit dieser Arbeit zu betrauen und den Geschichtsunterricht auch auf die Gräberfelder zu verlegen“, meinte hierzu der Präsident. Er zitierte hierbei den deutschen Philosophen Hegel, mit „Die friedlichen Zeiten seien die leeren Blätter im Buch der Weltgeschichte. Sie sind nicht mit weiterem Leid zu schwärzen!“  Umgesetzt bedeutet das für das ÖSK mehr an aktiver Jugendarbeit im Rahmen der politischen Bildung an Schulen zu gestalten. Die Zustimmung des Bildungsministeriums ist hier gegeben, wobei die Durchführung von den Lehrkräften vor Ort und deren Willen zur Umsetzung eine Voraussetzung bildet. Konkret wurde den ÖSK Landesgeschäftsführern für das laufende Jahr als Ziel die sichtbar gemachte Zusammenarbeit bei der Gestaltung einer Bewusstseins- bildung zum Gedenken an die Kriegsopfer und damit verbunden die Pflege eines Kriegerfriedhofes je Bundesland durch Schüler aufgetragen.

Der Präsident bedankte sich nochmals aufrichtig für die Unterstützung Österreichs im Rahmen des NPO (Non Profit Organisation) Fonds der Bundesregierung, die aufgrund der Corona-Pandemie Maßnahmen und der damit verbundenen massiven Einnahmenverluste bei den Sammlungen in den letzten beiden Jahren notwendig geworden war. Dadurch war es dem ÖSK möglich, Projekte zur Grabpflege- und Sanierung, wenn auch im verminderten Umfang, durchzuführen. 

Zuletzt richtete er diesen Dank auch an alle Kuratoren und v.a. an die Landesgeschäftsführer des ÖSK mit der Bitte, insbesondere mit den zuständigen Behörden, weiterhin „Arbeit für den Frieden“ in die Tat umzusetzen.

Den Abschluss bildete die Verleihung von ÖSK-Auszeichnungen, wobei am gestrigen Tag das „Goldene Ehrenzeichen“ des ÖSK an den Botschafter des Malteser Ordens in Kairo, S.E. Mario Carotenuto und das „Große Ehrenkreuz“ an Mag. phil. Harald Knoll vom Ludwig-Boltzmann-Institut für Kriegsfolgenforschung verliehen wurde.
Für die heutige Festsitzung wurde der Gesandte Christian Autengruber M.A., Leiter des Österreichischen Kulturinstituts in Budapest, nach vorne gebeten und mit dem „Goldenen Ehrenzeichen" ausgezeichnet.
Der Akt der Verleihung wurde vom Präsidenten durchgeführt.

Die Veranstaltung selbst endete mit dem Abspielen der Bundes- und Europahymne bevor Raiffeisen zur Labung der Gäste in das Foyer bat.

 

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Der Vorstand des ÖSK bei der Sitzung
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Innenminister Mag. Gerhard Karner und ÖSK-Präsident Peter Rieser
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Stv.GD Raiffeisen Mag. Gerhard Karl, Landtagspräsident NÖ Mag. Karl Wilfing, Innenminister Mag. Gerhard Karner, ÖSK Präsident Peter Rieser