Heuer jährt sich zum 160. Mal der Ausbruch der Cholera in Horn, den preußische Soldaten verursacht hatten.
Begräbnisstätten der Choleratoten
Stadtarchivar Dr. Erich Rabl beschreibt in einem Beitrag im Horner Kalender 1987 auch die Begräbnisstätten der in Horn an der Cholera verstorbenen preußischen Soldaten. Der darin erwähnte Grabstein an der Stephanskirche im städtischen Friedhof und der Grabstein des Preußenfriedhofes im Himmelreich wurden nun im Jubiläumsjahr 2026 vom Kameradschaftsbund in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Schwarzen Kreuz – Kriegsgräberfürsorge renoviert. Der Grabstein im Friedhof wurde am 1. November 2026 gesegnet.
Im Rahmen der Feier legten der Stadtverband und das Schwarze Kreuz Kränze nieder.




Preußenfriedhof
Seit der Wiedergründung des Stadtverbandes Horn im Jahre 1956 wird der Preußenfriedhof an der Straße nach Breiteneich von diesem betreut. Kamerad Wolfgang Leithner ist dabei federführend, er legte auch heuer wieder – wie schon so oft – Hand an und zeigte am 27. Oktober 2026 das von ihm renovierte Denkmal ÖSK-Kurator Martin Pfleger und Obmann Manfred Daniel, die sich überaus zufrieden zeigten.

Historisches: Ausbruch der Cholera nach der Schlacht von Königgrätz
Nach der Schlacht bei Königgrätz im Jahre 1866, bei der die Österreicher von den Preußen vernichtend geschlagen wurden, marschierten preußische Soldaten nach dem Friedensschuss von Wien zurück und kamen dabei auch nach Horn.
„Kaum waren am 2. August die ersten Kompanien der Preußen in Horn eingetroffen, so brachte man auch schon die ersten Cholerakranken, die in das Bürgerspital eingewiesen wurden“, schreibt der Horner Stadtarchivar Dr. Erich Rabl im Horner Kalender 1987.
Laut einem Bericht der Stadtgemeinde Horn aus dieser Zeit starben in Horn 122 preußische Soldaten an der Cholera, laut der Wiener Tageszeitung „Die Presse“ waren es an die 200.
Hier ein Auszug aus dem Artikel „Die Preußen 1866 in Horn“ von Dr. Erich Rabl:
„Der größte Teil der in Horn verstorbenen Preußen wurde auf dem Friedhof der Stadt bestattet. Auf der Nordseite der Stephanskirche befindet sich ein Grabstein, der folgende Inschrift trägt: ,Den treuen Brüdern, die verschont in der Schlacht, der mörderischen Seuche zum Opfer fielen im August 1866. Die preussischen Kameraden.‘ “
„Die Presse“ vom 23. August 1866 berichtete: „Teils aus Sanitätsrücksichten, teils wegen Mangel an nötigem Raume im Friedhofe wurden die toten Preußen außerhalb der Stadt im Himmelreich beerdigt. Aus dem Gedenkbuch der Pfarre Horn geht hervor, daß im Himmelreich 24 an der Cholera gestorbene preußische Soldaten beigesetzt wurden. Über Anregung des Pfarramtes Horn ersuchte Ende September 1866 der Abt von Altenburg das bischöfliche Konsistorium in St. Pölten um Erlaubnis, den Platz einweihen zu dürfen. Dem Ansuchen wurde stattgegeben; der Platz sollte aber mit einem Kreuz versehen werden und eingefriedet werden. Die feierliche Einweihung erfolgte am Sonntag, dem 13. Mai 1867. Es herrschte regnerisches Wetter, und ,die Beteiligung des Volkes war des schlechten Wetters wegen eine geringe‘.
Von der Doberndorfer Straße zweigt ein asphaltierter Feldweg nach Breiteneich ab. Fährt man entlang dieses Weges Richtung Breiteneich bis zu jener Stelle, wo der Wald an die Straße heranreicht, muß man ca. 100 Meter in nördlicher Richtung durch den Wald gehen, und man gelangt zu einem Grabstein. Eine Gedenktafel hat folgende Inschrift: ,Ruhestätte der nach dem Feldzuge 1866 in Horn von der Cholera dahin gerafften preußischen Krieger. Gewidmet von A. Fischer und A. Mann Ren(oviert) 1986 ÖKB (Österreichischer Kameradschaftsbund) St.V. (Stadtverband) Horn.‘ “

Im Abstand von ca. 12 Metern befindet sich ein jüdischer Grabstein – hier war nämlich auch der erste jüdische Friedhof Horns. Die Inschrift lautet: „Hier ist der Rabbiner Gabriel begraben, der am 22 Elul 56221 (Anm.: 17. September 1862) gestorben ist. Seine Seele soll in Frieden ruhen.“
Am Bild Wolfgang Leithner beim jüdischen Grabstein, der ebenfalls von ihm betreut wird.
Kurator Josef Pfleger