Es war der 5. September 1921, als das noch junge Bundesheer bereits seine ersten Gefallenen zu beklagen hatte. Das 3. Bataillon des Infanterieregiments 5 aus Wien wehrte im Rahmen der Landnahme des Burgenlandes einen Angriff auf die Souveränität Österreichs durch eingedrungene ungarische Freischärler ab. Zehn Soldaten verloren dabei ihr Leben. Dass dieser Tag nunmehr der Traditionstag des Militärkommandos Burgenland ist, unterstreicht die Bedeutung dieses Ereignisses für das Bundesheer und das Bundesland.
Am 1. September organisierte daher der Militärhistorische Verein mit Unterstützung des Militärkommandos Burgenland eine Exkursion, die den Spuren der damals angreifenden Freischärler-Formationen folgte. Die Initiative dazu war von Oberst i. R. Jörg Aschenbrenner ausgegangen, der auch bei der Anfahrt im Bus die Hintergründe des Gefechts erläuterte. Bei der ersten Geländebesprechung im Raum Deutsch Gerisdorf konnte die Entwicklung der ungarischen Freischaren zum Angriff nachverfolgt werden. Historiker Peter Steiner schilderte auch den interessanten Lebenslauf des Maria-Theresien-Ritters Arpád Taby, der eine der Angriffskolonnen angeführt hatte. Er musste später vor den Kommunisten aus Ungarn fliehen, wurde österreichischer Staatsbürger und bezog von der Republik eine nicht unbeträchtliche Pension.


Die zweite Station am Friedhof von Bubendorf brachte einen ergreifenden Höhepunkt. Dort nämlich hat der im Kampf gegen die Freischärler gefallene Gendarm Felix Dellavedova seine letzte Ruhestätte gefunden. Er stammte aus dem ladinisch-sprachigen Südtirol. Historiker Martin Senekowitsch konnte dort vor geraumer Zeit Verwandte ausfindig machen, die von der Existenz dieses Grabes nichts gewusst haben. Der Großneffe Fabio Dellavedova nahm nun auf Einladung des Vereins mit Familienangehörigen an dieser Exkursion teil. Nach den Worten von Landespolizeidirektor Martin Huber hielt er eine berührende Rede am Grab seines Großonkels und bedankte sich für die Erhaltung dieser Ruhestätte. Das Grab war von der Landesstelle Burgenland des ÖSK vollkommen renoviert worden, ist es doch das einzige Grab auf burgenländischem Boden eines der über 40 bei der Landnahme ums Leben gekommenen Gendarmen und Soldaten. Nach den Worten der Geistlichkeit wurden zu den Klängen des Lieds vom Guten Kameraden Kränze der Landespolizeidirektion sowie des Schwarzen Kreuzes niedergelegt.


Nach einem weiteren Besprechungspunkt bei der südlich von Kirschschlag befindlichen Gedenkstätte und der Einnahme des Mittagessens im Gasthof Kogelbauer, wo sich damals der Gefechtsstand des Kommandanten des II.Bataillons des Infanterieregiments Nr.5, Oberst Emil Sommer, befunden hat, wurde nach einer beeindruckenden Rede des Militärkommandanten Brigadier Gernot Gasser durch ihn, zusammen mit Bürgermeister Karl Kager, beim Denkmal für die 1921 Gefallenen ein Kranz niedergelegt.

Der Tag endete mit einer Einladung in der Martin-Kaserne Eisenstadt zu Speise und Trank, nachdem zuvor Ehrengeschenke ausgetauscht worden waren. LGF Wolfgang Wildberger ließ es sich dabei nicht nehmen, Oberst Aschenbrenner mit dem Ehrenkreuz des ÖSK auszuzeichnen.

