ÖSTERREICHISCHES SCHWARZES KREUZ -
KRIEGSGRÄBERFÜRSORGE

VERSÖHNUNG ÜBER DEN GRÄBERN

Gedenken an die Kriegsopfer der Tragödie von Ács – ein Zugsunglückmit verheerenden Folgen

Während des Zweiten Weltkrieges, genauer gesagt am 22. Dezember 1942,  ereignete sich im Raum Ács (ein Verkehrsknotenpunkt östlich von Györ) ein fatales Zugsunglück. Bis heute ist nicht klar, ob es sich um Sabotage oder menschliches Versagen gehandelt hat.
Bei Dunkelheit und schlechter Sicht wartete ein Güterzug, beladen mit Betriebsmitteln und Munition darauf, auf ein Nebengleis rangiert zu werden, damit am Hauptgleis der fahrplanmäßig eintreffende Schnellzug freie Fahrt hatte.

Bei der Gedenkfeier: Staff Sergant Ferresz, Imre Kovacs, stv. GS Ernst Bachner, GenMjr Lazlo Drot, GenLt Tibor Bozo,
Ehrenposten; Stv. Schatzmeister VDK Tore May, Bgm Istvan Szentirmai, GS Thomas Rapatz, Initiator Janos Unfer

Es kam jedoch anders und die Hektik des Krieges und vielleicht auch Sabotage führten dazu, dass die Freigabe frühzeitig erfolgte während sich der Güterzug noch auf dem Hauptgleis befand. Der Schnellzug beförderte Wehrmachtsoldaten an die Ostfront. Die Wucht des Zusammenstoßes in Ács war so gewaltig und es kam infolge der aufgereihten Munitionswaggons zu heftigen und verheerenden Explosionen. Es entstand innerhalb von Sekunden eine extrem hohe Hitze und die ineinander verkeilten Waggons verwandelten sich in ein Flammenmeer und es gab unzählige Tote und Verwundete und viele bis zur Unkenntlichkeit verkohlte Leichen.
Seither sind mehr als acht Jahrzehnte vergangen, die Augenzeugen sind nach und nach verstorben und die Geschichte ist fast schon im Staub der Erinnerung versunken.

Auf Initiative des Bürgermeisters von Ács Istvan Szentirmai und Janos Unfer wurde mit Unterstützung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in gemeinsamer Arbeit mit dem Militärhistorischen Institut in Budapest und dessen Leiter Oberst Imre Kovacs diese Gedenkstätte nun errichtet und am 17. Juli 2026 in würdiger Form gesegnet.

Stv. Schatzmeister VDK Tore May, Bgm. Istvan Szentirmai, GS Thomas Rapatz nach der Kranzniederlegung
Der Geistliche bei der Segnung der Gedenkstätte (Bilder: ÖSK)

„Als Generalsekretär des Österreichischen Schwarzen Kreuzes habe ich gemeinsam mit meinem Stellvertreter Ernst Bachner für die Verunfallten und verstorbenen österreichischen Soldaten in der Deutschen Wehrmacht einen Kranz niedergelegt. Damit soll ein Beitrag zur Erinnerung, Frieden und Völkerverständigung erfolgen. Denn dieser Gedenkstein möge uns daran erinnern, dass Frieden kein selbstverständlicher Zustand ist, sondern ein zerbrechlicher Schatz, den wir jeden gesegneten Tag bewahren und schützen müssen“, so Generalsekretär Thomas Rapatz.

„Mögen die Opfer der Eisenbahnkatastrophe von 1942 in Frieden ruhen.“

Generalsekretär Thomas Rapatz