ÖSTERREICHISCHES SCHWARZES KREUZ -
KRIEGSGRÄBERFÜRSORGE

VERSÖHNUNG ÜBER DEN GRÄBERN

Gedenken an die ermordeten Roma und Sinti in Lackenbach

Am letzten Juli-Tag fand in Lackenbach/Bezirk Oberpullendorf, dem Ort des seinerzeitigen sogenannten Anhaltelagers anlässlich des Internationalen Gedenktags für im Holocaust ermordete Roma und Romnja, Sinti und Sintizze eine Gedenkfeier statt. Unvorstellbare 90 Prozent der österreichischen Roma und Sinti waren von den Nationalsozialisten ermordet worden.  
Erst vor zwei Jahren wurde per Ministerratsbeschluss der 2. August zum nationalen Gedenktag für die ermordeten Roma und Sinti eingeführt. Warum der 2. August? In einer einzigen Nacht, vom 2. auf den 3. August 1944, waren über 4.000 Sinti und Roma – Männer, Frauen und Kinder – in den Gaskammern von Auschwitz ermordet worden. Schon 2015 hatte daher das Europäische Parlament den 2.August als „Europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma“ anerkannt.

Aus diesem Anlass lud das Bundesministerium für Inneres nun schon zum zweiten Mal zu diesem Gedenken am Sinti-Friedhof in Lackenbach. Die Begrüßung erfolgte durch Stephan Mlczoch, Abteilungsleiter der für Kriegs- und Opfergräber zuständigen Abteilung für Historische Angelegenheit des Ministeriums.

Eröffnung des Gedenkakts durch Stephan Mlczoch (re.), Abteilungsleiter für Kriegs- und Opfergräber im BMI (Bilder: Wildberger (5), BMI (1))

Begrüßungsworte sprachen auch Landtagsabgeordneter Jürgen Karall in Vertretung von Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil und Bürgermeister Christian Weninger von der Markgemeinde Lackenbach. Der Historiker Gerhard Baumgartner schilderte die Geschichte des Lagers, welches ja schon in den Dreißigerjahren errichtet worden war. Viviane Taubmann hob in bewegenden Worten die Bedeutung des Friedhofs als Ort des Erinnerns für ihre Volksgruppe hervor, liegt doch ihr Urgroßvater dort begraben, weshalb sie sich nun schon in dritter Generation um den Friedhof annimmt.

Dr. Gerhard Baumgartner fordert eine Namenstafel für die ermordeten Opfer.
Viviane Taubmann hat Ihre Vorwissenschaftliche Arbeit über die Zustände im Anhaltelager geschrieben.

Schließlich forderte Manuela Horvath, Referatsleiterin der Romapastorale der Diözese Eisenstadt, nach einfühlenden Worten die Teilnehmer auf, für die Verstorbenen zu beten. Danach folgte die Kranzniederlegung und alle Anwesenden wurden aufgefordert, durch das Niederlegen von Sonnenblumen ein persönliches Zeichen der Erinnerung zu setzen.

Manuela Horvath spricht ein Gebet für die im Lager verstorbenen Volksgruppenangehörigen.
Kranzniederlegung beim Gedenkkreuz

Unter den rund 50 Eingeladenen befand sich neben Vertretern von Politik, Landespolizeidirektion, Militärkommando, zahlreichen Vertreterinnen und Vertreter der Burgenlandroma auch ÖSK-Burgenland LGF Oberst Wolfgang Wildberger.

Einige Teilnehmer vor dem Ersatzgrabkreuz am Lagerfriedhof Lackenbach

Musikalisch wurde der Gedenkakt von der Polizeimusik Burgenland begleitet.

LGF Wolfgang Wildberger