Die diesjährige Forschungsreise des „Geschichts- und Traditionsverein ehemaliges k.u.k. Dragoner Regiment 5“ führte Mitte des Monats Juli eine Gruppe von sieben Interessierten diesmal in den Südosten von Polen. Einerseits sollten die schweren Abwehrkämpfe der im Rahmen des Grazer III. Korps eingesetzten steirischen Verbände im Zeitraum Dezember 1914 bis April 1915 nachempfunden werden und andererseits auch die Soldatengräber besucht werden, wo die bei diesen Kämpfen gefallenen Soldaten zur letzten Ruhe gebettet sind. Daher nahm auch ein Vertreter der ÖSK-Landesstelle Steiermark in der Person von Kurator Wolfgang Wildberger daran teil.


Die Anreise erfolgte über die Slowakei, Quartier wurde in Radocyna, in einem Landschaftsschutzgebiet, welches stark an das Waldviertel erinnerte, genommen. Im Rahmen der Geländebesprechungen über den Verlauf der Kämpfe gegen die Zarenarmee wurden insgesamt 20 Soldatenfriedhöfe, davon sieben in der Slowakei, besucht, die sich bis auf einen in einem bemerkenswert gepflegten Zustand befanden.
Fast alle zeugen von der Handschrift des in der Slowakei geborenen Architekten Dušan Jurkovič, der Elemente des Jugendstils mit der walachischen Volksarchitektur verband.

Besonders geachtet wurde auf die Gräber der Regimenter des III. Korps aus Graz, im Krieg als das „Eiserne Korps“ bezeichnet. Dort waren damals eingesetzt: das k.u.k. Infanterieregiment 27, Ergänzungsbezirk Graz, k.u.k.IR47 (Marburg), k.k. Schützenregiment 3 (Graz), kk.SchR4 (Klagenfurt), k.u.k.IR87(Laibach), k.u.k.IR97 (Triest) sowie das untersteirische k.u.k. Dragonerregiment 5 aus Marburg.




Die Teilnehmer an dieser äußerst aufschlussreichen Reise waren neben Kurator Wildberger unter der Leitung von Oberst i. R. Ewald Hausdorf sein Enkel Lukas mit Freundin Beatrice, Heinz Lederleitner, Gabriele Dorfmeister, deren Großvater in einem Tagebuch über diese Kämpfe berichtete, sowie Hans Heinrich aus Großwilfersdorf, der hoffte, das Grab eines aus dem Ort stammenden 47ers zu finden. Und tatsächlich fand sich das Grab von Ludwig Rath im letzten besuchten Friedhof mit der Nummer 52 in Zdynia.

In Czarne fand sich auch eine Gedenkstätte für die im Ersten Weltkrieg in Thalerhof südlich von Graz von den österreichisch-ungarischen Behörden zwangsinternierte lemkische Zivilbevölkerung. Den Lemken wurde aufgrund ihrer russischen Abstammung eine Unterstützung der zaristischen Armee unterstellt. Viele haben die Gefangenschaft nicht überlebt, ihre Gebeine wurden vom heutigen Flugplatzareal in einen Karner am Friedhof Feldkirchen bei Graz umgebettet.