ÖSTERREICHISCHES SCHWARZES KREUZ -
KRIEGSGRÄBERFÜRSORGE

VERSÖHNUNG ÜBER DEN GRÄBERN

Traditionelles Gedenken in Pinkafeld

Es war der 6. Juli 1917, als das ehemalige k.u.k. westungarische und somit auch südburgenländische Infanterieregiment Nr. 83 im Rahmen der so genannten Kerenski-Offensive bei Batkov in Ostgalizien, heute Ukraine, den massiven Angriff russischer Verbände abwehrte und so die Einschließung einer gesamten Brigade verhinderte. Daraufhin wurde dieser Tag zum Traditionstag erklärt.

Nachdem der Traditionsträger, das Jägerbataillon 19 vor Jahren nach Güssing übersiedelte, steht in der inzwischen aufgelassenen ehemaligen Turba-Kaserne in Pinkafeld nur noch das 1934 errichtete 83er-Denkmal, welches dem am ehemaligen Soldatenfriedhof in Fossalta Maggiore unweit der Piave in Italien 1918 errichteten nachempfunden ist. Dort war das Regiment zuletzt im Einsatz.

Seit fünf Jahren treffen sich alljährlich Vertreter aus Ungarn, Italien und Österreich, um der österreichisch-ungarischen Gefallenen sowie der ihrer ehemaligen Gegner zu gedenken. Dieses Jahr fand das Gedenken am 4. Juli statt.

Begrüßung durch LGF Wolfgang Wildberger
Oberst Zoltán Fekets hielt seine Rede in perfektem Deutsch

Das Gedenken wurde mit der ÖSK-Hymne eingeleitet. LGF Wolfgang Wildberger begrüßte die erschienenen Ehrengäste und Verbände von ÖKB und VÖP. Grußworte kamen danach von Oberst Zoltán Fekets, dem Kommandanten des westungarischen Territorialregiments, weiters vom Historiker Cristian Patres für die italienische Seite sowie von der Ersten Vizebürgermeisterin Karina Laschober-Luif von der Stadtgemeinde Pinkafeld.
Nach den geistlichen Worten durch den ungarischen Militärpfarrer Leutnant Péter Woditsch erfolgte die Kranzniederlegung zur Weise des Liedes „Der gute Kamerad“. Danach spielte Leutnant Gabriella Virág Németh auf der „Tárogató“ das „il Silenzio“ für die italienischen und die „Takarodó“ für die ungarischen Gefallenen.

Peacekeeper und ungarische Soldaten, dazwischen Vizebürgermeisterin Carina Laschober-Luif (Bilder: zVg/Wildberger)

Bevor die Zeremonie mit dem Abspielen der Europa-Hymne sowie dem 83er-Regimentsmarsch endete, überreichte LGF Wolfgang Wildberger Auszeichnungen des ÖSK.  Virág Bonczó, die als Dolmetscherin seit Jahren völkerverbindend wirkt, sowie Enrico Flora und Davide Streghetto erhielten Verdienstmedaillen. Landtagsabgeordnete Carina Laschober-Luif freute sich ganz besonders über das Ehrenkreuz des ÖSK. Regimentskommandant Oberst Fekets empfing den Prachtband des Militaria-Verlags über die königlich-ungarische Honved bis 1918.

Italienische Alpini-Veteranen mit ihrem Vizebürgermeister

Dieser Tag der gelebten Völkerfreundschaft endete mit einem inoffiziellen Teil bei Speis und Trank aus der Region, gespendet wie immer von der Familie Pöll.

Abordnungen des  Kameradschaftsbundes und der Peackeeper-Vereinigung.
Ladislaus Kelemen vom St. Georgsorden fungierte als Dolmetsch.