ÖSTERREICHISCHES SCHWARZES KREUZ -
KRIEGSGRÄBERFÜRSORGE

VERSÖHNUNG ÜBER DEN GRÄBERN

Militärethischer Unterricht des ÖSK für bosnische Offizierskadetten an der Landesverteidigungsakademie

Generalsekretär Thomas Rapatz

Am 24. Juni 2026 fand an der Landesverteidigungs-Akademie ein militärethischer Unterricht für bosnische Offizierskadetten statt, die sich am Beginn ihrer Offiziersausbildung befinden und derzeit am Sprachinstitut des Österreichischen Bundesheeres Deutsch lernen.

Ziel der Veranstaltung war es, ethische Verantwortung, Erinnerungskultur mit Kriegsgräberfürsorge und die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit als weitere Grundlagen des Offiziersberufs zu vermitteln.

Dabei hat der Generalsekretär des Österreichischen Schwarzen Kreuzes zum Thema Ethik, Verantwortung und Erinnerungskultur vorgetragen. Brigadier i.R. Thomas Rapatz vermittelte den Kadetten die Bedeutung der militärischen Ethik und Erinnerungskultur sowie die Aufgaben der internationalen Kriegsgräberfürsorge.  Im Mittelpunkt waren dabei die Verantwortung von Soldatinnen und Soldaten im Dienst, die Auseinandersetzung mit den Lehren der Geschichte sowie die Verpflichtung, Frieden, Menschlichkeit und Völkerverständigung aktiv zu fördern. Darüber hinaus erhielten die Teilnehmer einen Einblick in die Aufgaben des Österreichischen Schwarzen Kreuzes und dessen Engagement für die Kriegsgräberfürsorge. Dabei wurde aufgezeigt, wie die Pflege von Gedenkstätten und das Erinnern an die Opfer von Krieg und Gewalt einen wichtigen Beitrag zur Friedensarbeit und zur Bewusstseinsbildung zukünftiger Offiziere leisten.

Miriam Seidl, Oberleutnant Sergej Wasiltschenko, MilAttache Oberst Hermann Jerman (BiH), 2 bosnische Kadetten, Offizierstellvertreter Mounir Mahmoudi, Claudia Frager und 2 bosnische Kadetten (v. li.) (Bilder: zVg)

Den Abschluss des Unterrichtstages bildete eine Exkursion zur Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Wien. Dort wurden die bosnischen Offizierskadetten vom bosnischen Verteidigungsattaché empfangen, der ihnen die Aufgaben, Ziele und Arbeitsweise der Organisation näherbrachte.

Im Rahmen der Führung wurde erläutert, weshalb die OSZE gegründet wurde, welche Rolle sie bei der Konfliktprävention, Krisenbewältigung und Friedenssicherung spielt und weshalb internationale Zusammenarbeit für die Sicherheit und Stabilität Europas von zentraler Bedeutung ist. Der Besuch bot den Kadetten die Möglichkeit, sicherheitspolitische Zusammenhänge aus erster Hand kennenzulernen und ihre Kenntnisse über internationale Organisationen zu vertiefen.

Der militärethische Unterricht als Schwerpunkt vermittelte den angehenden Offizieren nicht nur theoretisches Wissen, sondern förderte auch das Bewusstsein für Verantwortung, Integrität und internationales Verständnis. Die Kombination aus ethischer Ausbildung und praktischen Einblicken in die Arbeit der Kriegsgräberfürsorge, sowie einer internationalen Sicherheitsorganisation unterstrich die Bedeutung von Dialog, Kooperation und verantwortungsvollem Handeln als wesentliche Werte des Offiziersberufs.

Oberleutnant Sergej Wasiltschenko,
Sprachinstitut des Bundesheeres an der Landesverteidigungsakademie Wien