Enge Partnerschaft zwischen Innenministerium und Österreichischem Schwarzen Kreuz ist starke Grundlage für Erinnerungsarbeit
Das Österreichische Schwarze Kreuz (ÖSK) hielt am 10. Juni 2026 seine Festsitzung erstmals im Bundesministerium für Inneres (BMI) ab. Die Veranstaltung unterstreicht die enge und langjährige Partnerschaft zwischen dem BMI und dem Österreichischen Schwarzen Kreuz bei der Erhaltung und Pflege von Kriegsgräbern.

Generalsekretär Thomas Rapatz betonte, dass im Staatsvertrag im Pariser Vorort St. Germain-en-Laye vom 10. September 1919 sich Österreich verpflichtet hatte, die Grabstätten der auf ihrem Gebiet beerdigten Heeres- und Marineangehörigen, der Zivilisten und Kriegsgefangenen kriegführender Staaten „mit Achtung zu behandeln und in Stand zu halten“.
Auf Grund der Dimension der vielen tausenden Kriegstoten und Kriegsgräber nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde im Sommer 1919 durch den christlich-sozialen Unterstaatssekretär Erwin Waihs das Österreichische Schwarze Kreuz in der Herrengasse gegründet und der Sozialdemokrat Karl Seitz übernahm als Staatsoberhaupt den Ehrenschutz und betonte damit die Bedeutung des Schwarzen Kreuzes für die Republik.

„Nach 106 Jahren schreiben wir als Schwarzes Kreuz heute Vereinsgeschichte, weil erstmalig die Kuratoriumssitzung im Festsaal des Innenministeriums stattfindet, also in jenem bedeutenden Ministerium, dem wir als Verein nachgeordnet sind – dafür Herr Bundesminister Karner sage ich Ihnen als Generalsekretär ein aufrichtiges Danke“, so Rapatz.

Die Kriegsgräberfürsorge in Österreich fällt in den Zuständigkeitsbereich des Innenministeriums.
Dazu zählen die Erhaltung und Pflege von Gräbern aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie von Gräbern von Opfern des Holocaust und anderer Gewaltverbrechen der NS-Zeit. Die Kriegsgräbergesetze ermöglichen, diese wichtige Aufgabe gemeinsam mit Dritten wahrzunehmen.

„Seit mehr als 100 Jahren leistet das Österreichische Schwarze Kreuz Friedensarbeit im besten Sinn des Wortes. Mit der Pflege von Kriegs- und Opfergräbern bewahren die vielen Ehrenamtlichen Orte des stillen Gedenkens. Jedes Kriegsgrab erinnert uns daran, wohin Krieg, Hass, Antisemitismus und Rassismus führen können – und verpflichtet uns, Frieden, Freiheit und Zusammenhalt auch für kommende Generationen zu sichern“, betonte Innenminister Gerhard Karner.
Das Österreichische Schwarze Kreuz sorgt ehrenamtlich für den Erhalt von Kriegsgräbern im In- und Ausland.
Stefan Karner betonte als Präsident des Österreichischen Schwarzen Kreuzes, dass gerade Kriegsgräber den Menschen aus allen Generationen deutlich machen, wie zerbrechlich der Friede ist. Daher gehören gerade Kriegsgräberstätten zu den wenigen Orten, an denen Geschichte und deren Konsequenzen sichtbar werden. Das Schwarze Kreuz werde mit seinen neun Landesgeschäftsstellen seine Jugend- und Informationsarbeit verstärken, den Kriegsopferbegriff auf die zivilen Opfer von Gewalt in Kriegen und totalitären Systemen ausweiten und international stärker mit den Nachbarstaaten kooperieren.
Das BMI unterstützt diese Arbeit durch die Bereitstellung finanzieller Mittel im Rahmen der mittelbaren Bundesverwaltung, wenngleich der überwiegende Anteil der Finanzmittel für die Kriegsgräberfürsorge durch tausende private Kleinspenden zu Allerheiligen aufgebracht wird.
„Seit der Wahl des neuen Vorstandes und des Präsidiums haben wir die Zusammenarbeit verstärkt gesucht und sind auf gutem Wege, jene Vereinbarungen hinsichtlich Pflege und Notwendigkeiten staatlicher Administration nach den ministeriellen Vorgaben zu erfüllen, ohne dass dabei das Ehrenamt beschädigt wird. Wir sind auf gutem Wege“, betonte Präsident Karner.

Insgesamt betreut das Österreichische Schwarze Kreuz gegenwärtig rund 1.100 Kriegsgräberfriedhöfe des Ersten und Zweiten Weltkrieges in Österreich sowie 274 Friedhöfe des Ersten Weltkrieges im Ausland.
Erinnerung bewahren – Zukunft gestalten
Neben der Bewahrung der Erinnerung steht auch die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit im Mittelpunkt. Seit Jahresbeginn ist ein neuer Erlass in Kraft, der die Rahmenbedingungen der Mittel für die Kooperation mit dem Österreichischen Schwarzen Kreuz modernisiert und zur weiteren Professionalisierung der Zusammenarbeit beiträgt. Darüber hinaus befinden sich neue Vereinbarungen auf der Zielgeraden, die die partnerschaftliche Zusammenarbeit langfristig sichern und zukunftsfit gestalten sollen.
Es ist eine Arbeit für Frieden und Verständigung, für Sensibilisierung, Toleranz und Bildung. Sie geschieht bei zahllosen Begegnungen und, vor allem von uns ehrenamtlichen Funktionsträgern, mit vielen Freiwilligen, auch jungen Menschen, bei gemeinsamen Arbeiten an den tausenden Gräbern von den Karpaten bis zum Isonzo, von Südtirol bis hinauf nach Polen.
„Die Erinnerung an die Schrecken von Krieg und Gewalt darf nicht verblassen. Deshalb ist es unsere gemeinsame Verantwortung, Gedenken zeitgemäß zu gestalten. Die vertrauensvolle Partnerschaft zwischen dem Innenministerium und dem Österreichischen Schwarzen Kreuz schafft dafür eine starke Grundlage – heute und in Zukunft“, so Karner.

Im Rahmen der Festsitzung wurden der Militärkommandant von Niederösterreich Georg Härtinger, der Militärkommandant von Oberösterreich Dieter Muhr und der Kommandant der Führungsunterstützungsschule Oberst Franz Sitzwohl und Regierungsrat Peter Schober mit dem Goldenen Ehrenzeichen für ihre Leistungen geehrt.




Das große Ehrenzeiche erhielt ÖSK Vizepräsident Landtagsabgeordneter Wolfgang Stanek für seine besonderen Verdienste im Schwarzen Kreuz.

Die Festsitzung war gut besucht, neben den aus ganz Österreich angereisten Kuratoren und den Vertretern des Diplomatischen Korps konnte Generalsekretär Rapatz – Ehrenpräsident Peter Rieser, Militärgeneralvikar Peter Pabst, Militärsuperintendent Karl Reinhard Trauner, Militärerzdekan Harald Tripp, Sektionschef Mathias Vogl und Abteilungsleiter Mlczoch, den Südtiroler Präsidenten des Schwarzen Kreuzes Hans Duffek, den italienischen Senator aD Franco Panizza, sowie den Vize-Präsidenten des Österreichischen Kameradschaftsbundes Alwin Denz und den Präsidenten der Strategischen Gesellschaft STRATEG General iR Christian Segur-Cabanac höflich begrüßen. Damit unterstreicht das österreichische Schwarze Kreuz seine Stellung in der Gesellschaft und die kameradschaftliche Zusammenarbeit mit den Parnterverbänden.

Die Feierstunde wurde durch ein Bläserensemble der Gardemusik Wien musikalisch begleitet, auch dies stellt ein Novum in der Herrengasse dar, so Innenminister Karner.

Nach der Festsitzung wurde zu einem Imbiss in die Sala terrena des Innenministeriums in der Herrengasse geladen, dabei konnten viele Gespräche und gemeinsame Erlebnisse geteilt und die Zusammenarbeit vertieft werden.
Pünktlich zur Kuratoriumssitzung wurde auch die neue Ausgabe der Vereinszeitung des Schwarzen Kreuzes Nummer 162 präsentiert, die in Zusammenarbeit des Generalsekretariates, der Landesstellen und unserer Werbeagentur Martin Pfleger gemeinsam erstellt wurde. Dafür sei herzlichst gedankt.
Die Ausgabe 1/26 steht auf der Homepage zum Herunterladen bereit und wir wünschen viel Freude beim Lesen.
Durch die Kriegsgräberfürsorge und der Versöhnung über den Gräbern von einst soll ein Beitrag zum Frieden – hier und heute und in Zukunft geleistet werden.
Hier noch ein Link zur Bildergalerie von der Kuratoriums- und der Abeitssitzung.
GS Thomas Rapatz