
Marchtrenk beherbergte im Ersten Weltkrieg ein Kriegsgefangenenlager mit bis zu 35.000 Gefangenen. Für den Museumsverein Marchtrenk ist es jedes Jahr eine große Freude, wenn sich engagierte Lehrerinnen der VS2 mit ihren Schulklassen zum nahegelegenen Wasserturm und Kriegerfriedhof begeben, um Geschichte hautnah zu erleben.

Der Obmann des Museumsvereins Marchtrenk, Reinhard Gantner, führte jede Gruppe ins Innere des Wasserturms und verdeutlichte anhand zahlreicher Tafeln das Lagerleben im Kriegsgefangenenlager. Kassier Gerhard Hubmer, auch Kuratoriumsmitglied und Obmann des Schwarzen Kreuzes Marchtrenk, nahm die Führungen am Kriegerfriedhof vor. Äußerst hilfreich waren dabei fünf deutsch-italienische Tafeln, die Gantner zusammen mit der Stadtgemeinde Marchtrenk aufstellen ließ. Diese Tafeln wurden von Hubmer für eine Sonderausstellung 2021 in Kötschach-Mauthen erstellt.

Vor den Gräbern im russischen Sektor – dem einzigen mit Geburts- und Sterbedatum auf den Stelen – konnte Gerhard Hubmer den Geschichtsunterricht mit dem Mathe-Unterricht verbinden. Da die SchülerInnen in der 3. Klasse VS schon lernten, über die Hunderterstelle zu rechnen, konnten sie dieses Wissen anwenden, um das Alter der begrabenen Soldaten zu berechnen. Da gab es erstaunte und auch betroffene Gesichter – viele Soldaten waren im Alter ihrer Väter und der jüngste Soldat, den sie fanden, war gerade einmal 21 Jahre alt!

Gestärkt haben sich dann alle noch beim Wasserturm mit einem Getränk. Es ist dem Museumsverein sehr gut gelungen, bei den Schülerinnen und Schülern Interesse für diesen Teil der Marchtrenker Geschichte zu wecken. Ich bin mir sicher, dass sie zuhause auch ihre Eltern zu einem Besuch von Wasserturm und Kriegerfriedhof motiviert haben.
Gerhard Hubmer