In einer kleinen Kapelle aus dem 17. Jahrhundert im Vorort Ombriano der Gemeinde Crema ruhen ca. 30 österreichische Soldaten, die in der blutigen Schlacht von Cassano D’Adda 1750 zwischen den Habsburgischen Truppen und den Borbonen ihr Leben lassen mussten. Die Gefallenen stürzten in den anliegenden Kanal und wurden abgetrieben. Nach einigen Kilometern wurden die leblosen Körper von der mitleidigen Bevölkerung von Ombriano geborgen und würdevoll in einem schon früher existierenden Marinefriedhof begraben. Infolge der Vernichtung des Borbonischen Heeres, welches die Stadt Turin 1706 belagert hatte, erfuhr Prinz Eugen von Savoyen, der zum Verwalter des Fürstentums Mailand ernannt worden war, von dem Marinefriedhof der Tre Bocche auf dem seine Soldaten, die ein Jahr vorher in Cassano D’Adda gefallen waren, begraben lagen. Zum Gedenken an das schreckliche Blutvergießen in dieser Schlacht ließ er die jetzt noch bestehende Kapelle errichten. Mehr als 300 Jahre hat die Bevölkerung von Ombriano für die Seelen dieser ausländischen, unbekannten Soldaten, die hier fern der Heimat begraben wurden gebetet und ihre Gräber gepflegt. In der Geborgenheit dieser Kapelle, die einen Hauch des Mysteriums des Absoluten ausströmt, haben die alemannischen Soldaten eine Bevölkerung gefunden, die sie würdevoll empfangen, beweint und geehrt hat, als wären sie ihre eigenen Söhne. Sie haben sie in christlicher Verbundenheit mit ihren eigenen Gefallenen aus den letzten großen Kriegen zusammengelegt. Die Namen sind in zwei großen Marmortafeln neben dem Eingang eingraviert. Im Jahr 2015 spendete die Landesgeschäftsstelle OÖ des ÖSK für diese Kriegsgräberstätte einen Fahnenmast.